So liest du ein Skript, ohne abgelesen zu klingen

Schreib das Skript so, wie du sprichst, und trag es dann vor, statt es nur abzulesen. Nimm kurze Sätze und Umgangssprache, setz einen Zeilenumbruch überall dort, wo du atmest, und sprich es vor der Aufnahme zweimal laut, damit du weißt, wohin jeder Satz will. Im Take sprichst du langsamer, machst am Ende von Gedanken Pausen und änderst das Tempo statt der Lautstärke. Die meisten Videos, die nach Ablesen klingen, scheitern am Rhythmus, nicht an den Worten. Korrigiere also zuerst den Rhythmus.

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Vortrags-Score: 84 von 100 Punkten, aufgeschlüsselt nach Tempo, Blickkontakt, Pausen und Füllwörtern

Der Vortrags-Score von OwlPrompter ist nach jedem Take kostenlos: wie gleichmäßig dein Tempo war, wo du pausiert hast, welche Füllwörter sich eingeschlichen haben und wie viel du ins Objektiv geschaut hast, alles auf deinem Handy gemessen.

Schreib fürs Ohr, nicht fürs Papier

  • Schreib umgangssprachlich. „Ich hab’s“ und „das gibt’s“ sagt man, „ich habe es“ und „das gibt es“ schreibt man.
  • Ein Gedanke pro Satz. Wenn ein Satz mehrere Kommas braucht, um zusammenzuhalten, mach besser zwei daraus.
  • Streich Wörter, die du nie laut sagst: „des Weiteren“, „vorgenannt“, „diesbezüglich“.
  • Schreib Zahlen, Preise und Daten so, wie du sie sagst, damit du mitten im Satz nie umrechnen musst.
  • Lies den Entwurf einmal laut und schreib jede Zeile um, über die du stolperst. Wer auf dem Papier stolpert, stolpert auch vor der Kamera.

Den Vortrag im Skript markieren

Zeilenumbrüche sind Atemzüge. Setz einen überall dort, wo du Luft holen oder eine Aussage wirken lassen willst, und eine Leerzeile zwischen zwei Gedanken. Die Skriptvorlage zeigt das Format.

Setz Anweisungen in eckige Klammern – [Pause], [lächeln], [langsamer] –, damit sie dich erinnern, ohne vorgelesen zu werden. In OwlPrompter erscheinen sie blass im Prompter und bleiben aus den Untertiteln heraus, und mit Pro gleitet das Scrollen per Stimme über sie hinweg.

Setz das Wort, das du betonen willst, ans Ende einer Zeile. Die natürliche Pause nach einem Zeilenumbruch übernimmt die Betonung für dich.

Probe den Sinn, nicht die Worte

  1. Fasse jeden Absatz in wenigen Worten zusammen

    Wenn du in fünf Wörtern sagen kannst, wofür ein Absatz da ist, liest du ihn so, als würdest du ihn auch meinen, und nicht, als müsstest du ihn entziffern.

  2. Sag es einmal ohne das Skript

    Sprich das Ganze in deinen eigenen Worten durch, ruhig schlecht. Das macht nichts: So weiß deine Stimme, wohin die Sätze wollen.

  3. Dann lies es ab

    Jetzt ist das Skript eine Erinnerung an etwas, das du schon zu sagen weißt, und kein Text, den du zum ersten Mal siehst.

Im Take

  • Sprich langsamer. Nach den Messungen von Tauroza und Allison liegt durchschnittliches Sprechen bei 125–160 Wörtern pro Minute. Nervosität treibt die meisten darüber. Der Redezeit-Timer nennt die Studie.
  • Variiere Tempo, nicht Lautstärke. Werde schneller bei Aufzählungen, langsamer bei dem Punkt, der in Erinnerung bleiben soll.
  • Mach am Ende eines Gedankens eine Pause, nicht nur an Kommas. Zählst du dabei innerlich bis zwei, klingt das vor der Kamera souverän, auch wenn es sich lang anfühlt.
  • Lass das Skript dir folgen. Bei festem Tempo musst du mithalten. Mit Pro wartet das Scrollen per Stimme von OwlPrompter, wenn du pausierst.
  • Lächle vor der ersten Zeile. Das verändert, wie der erste Satz klingt.

Den Take prüfen

Hör ihn dir mit geschlossenen Augen an. So klingt Ablesen: flache, gleichmäßig getaktete Sätze. Du hörst sie sofort.

Der Vortrags-Score in OwlPrompter beziffert dieselben Dinge: Tempo-Konstanz, Pausen, Füllwörter pro 100 gesprochene Wörter und Blickkontakt. Mit Pro entfernst du „ähm“, „quasi“ und Stille mit einem Tipp.

Fragen

Welches Sprechtempo klingt natürlich?

In der Studie von Tauroza und Allison zu britischem Englisch gelten 125 bis 160 Wörter pro Minute als durchschnittlich, 100 bis 125 als mäßig langsam und 160 bis 185 als mäßig schnell. Abgelesene Videos klingen meist im durchschnittlichen Bereich am besten.

Sollte ich mein Skript auswendig lernen, statt es abzulesen?

Lerne die erste und die letzte Zeile auswendig, auf die kommt es am meisten an, und lies die Mitte ab. Komplett auswendig gelernte Skripte klingen oft mehr nach Aufsagen als abgelesene.

Wie höre ich auf, „ähm“ zu sagen?

Ersetze es durch eine stille Pause. Die Pause klingt bewusst, das Füllwort nicht. Der Vortrags-Score zählt nach jedem Take die Füllwörter, so siehst du, ob es funktioniert.